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DRK-Kreisversammlung im Kreisverband Olpe e.V. mit eindrucksvoller Bilanz

Rund 70 Personen – darunter 40 stimmberechtigte Delegierte und Präsidiumsmitglieder, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 15 Gäste – konnte Frank Beckehoff, Präsident des DRK-Kreisverbandes Olpe e.V., zur Kreisversammlung am vergangenen Freitag im Musiksaal der Meggener Knappenkapelle in Lennestadt begrüßen.

Heinz Wilhelm Upphoff, Manuela Stracke, Frank Beckehoff, Familie Branscheidt, Torsten Tillmann, Daniel Gerk

Manuela Stracke und Jürgen Branscheidt

Ein besonderer Gruß galt dem Vertreter der Stadt Lennestadt, Herrn Beigeordnetem Carsten Schürheck und dem Vizepräsident des DRK-Landesverband Westfalen-Lippe e.V., Herrn Heinz Wilhelm Upphoff, der in seinem Grußwort die humanitäre Idee des Roten Kreuzes für die Gesellschaft im ländlichen Raum beschrieb.

In seiner Eröffnungsrede stellte Präsident Beckehoff fest: „Die Menschen sind es, die uns als DRK Kreisverband Olpe stark machen. Und damit meinen wir alle aktiven Menschen im DRK Kreisverband, ungeachtet ihres Alters, Geschlechts, ihrer Herkunft, Fähigkeiten und Anlagen. Im Rechenschaftsbericht von Präsidium und hauptamtlichem Vorstand machten Frank Beckehoff und Torsten Tillmann weitere Leistungen des DRK im Kreis Olpe deutlich: Unsere mehr als 500 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den sieben Ortsvereinen, in den Gemeinschaften und dem Jugendrotkreuz engagieren sich tagtäglich für ihre Mitmenschen und bringen hierfür einen großen Teil ihrer Freizeit ein. Ob auf dem Sportplatz, im Stadion, bei Kulturveranstaltungen, Großveranstaltungen, Karnevalsumzügen etc. Mehr als 400 Sanitätsdienste wurden durchgeführt, unzählige Ausbildungen und Übungen absolviert und ganz nebenbei noch mehrere Einsätze in der Flüchtlingshilfe und im Katastrophenschutz. Dabei leisteten sie einen unersetzlichen Dienst mit ca. 78.000 ehrenamtlichen Stunden, ohne dabei im Rampenlicht der Öffentlichkeit zu stehen.

„In unseren hauptamtlichen Einrichtungen sind mittlerweile über 300 Menschen beschäftigt, die Dienste für Menschen im Kreis Olpe erbringen. Dabei begleiten wir in den Einrichtungen und Diensten des DRK-Kreisverbandes täglich bis zu 1.000 Menschen. Davon betreuen wir 380 Kinder in den 6 Kindertageseinrichtungen, 220 Kinder in den Ganztagsschulen. 40 Kinder werden täglich in der Schule durch unsere Integrationskräfte begleitet. Mehr als 300 Seniorinnen und Senioren warten auf den täglichen Besuch unserer Krankenschwestern, Pfleger, Betreuungskräfte, Alltagsbegleiter, Haushaltshilfen – oder einfach auf ein warmes Essen, ein nettes Wort und ein Lächeln. 10–15 Krankentransporte werden täglich gefahren. Wir begleiten dabei Menschen, denen es nicht gut geht, die sich aber auf unser Mitgefühl und die professionelle Hilfe verlassen. Mehr als 6.500 Teilnehmer nehmen pro Jahr an den verschiedensten Bildungsveranstaltungen des Roten Kreuzes im Kreis Olpe teil. Freiwilliges und professionelles Engagement bereichert das Leben – das Leben von Menschen, denen Unterstützung und Hilfe zu Teil wird, aber auch das Leben derer, die sich engagieren – egal ob haupt- oder ehrenamtlich. Das Rote Kreuz im Kreis Olpe wäre ohne den Einsatz all dieser Menschen nicht denkbar“, so Beckehoff in seiner Rede.

Es folgten der Finanzbericht 2016 und der Wirtschaftsplan 2018 von Schatzmeister Dirk Atteln und Vorstand, Herrn Daniel Gerk. Solide Finanzen und eine ausgeglichene Haushaltplanung 2018 konnten beide der Versammlung präsentieren. Erneut konnte den Delegierten ein Lage- und Transparenzbericht des DRK-Kreisverbandes vorgelegt werden, der zur einstimmigen Entlastung von Präsidium und hauptamtlichen Vorstand durch die Versammlung führte.
Bei der anschließenden Ergänzungswahl zum Präsidium wurde Herr Jonas Heymann als stellv. Kreisrotkreuzleiter als Abwesenheitsvertreter ins Präsidium gewählt.

Bei den Ehrungen konnte Vizepräsident Upphoff, Frau Manuela Stracke aus Attendorn für ihre besonderen Verdienste um das Rote Kreuz in Attendorn und im Kreis Olpe mit der Verdienstmedaille des DRK Landesverbandes auszeichnen.

Jürgen Branscheidt aus Lennestadt erhielt für seine Verdienst um das Rotkreuzwesen in Lennestadt und im Kreis Olpe im Namen des Präsidenten des DRK, Herrn Dr. Rudolf Seiters, das Ehrenzeichen des Roten Kreuzes, die höchste DRK-Auszeichnung in Deutschland.

 

 

 

 


 

 

 

 

Text: T. Tillmann, DRK-KV Olpe

1. Dezember 2017 17:54 Uhr. Alter: 81 Tage

Demenz und Migration-Entlastungsdienst des DRK für zugewanderte Menschen

Heidi Heidemann, Kezziban Bekondu, Birgit Lippemeier, Angelika Erler und Azize Özogul (v.l.) stehen für den „Häuslichen Entlastungsdienst für zugewanderte Menschen“.
Foto: Inge Schleining

Auch das Alter wird bunter: Die Zahl der älteren Menschen mit Migrationshintergrund wird immer größer. Und auch hier ist Demenz ein wichtiges Thema.

Das Deutsche Rote Kreuz konnte zwei türkischstämmige Krankenschwestern für den Aufbau des „Häuslichen Entlastungsdienstes“ finden.

Azize Özogul und Kezziban Bekondu eignen sich hervorragend für die neue Aufgabe. Sie sind nicht nur Krankenschwestern, sondern haben eine geriatrische Fachausbildung. Durch ihren Migrationshintergrund und die türkischen Sprachkenntnisse finden sie einfachen Zugang zu Patienten und Angehörigen. Heidi Heidemann von der DRK-Integrationsagentur ist begeistert: „Das Projekt läuft super und soll auf jeden Fall weitergeführt werden.“ Auf den Weg gebracht wurde es 2013, nach einer „Sozialraumanalyse“ der Integrationsagentur, in Zusammenarbeit mit dem DRK-MehrGenerationenHaus. Die Integrationsagenturen sind als Landesprojekt entstanden, sollen lokale Bedarfe in der Integrationsarbeit ermitteln und Aktivitäten starten. Im Kreis Olpe ist der Anteil der türkischen Familien prozentual besonders ausgeprägt. Entstanden ist der „Häusliche Entlastungsdienst für zugewanderte Menschen“ – nicht nur für türkische Familien. Doch das Projekt soll nicht für sich alleine stehen, sondern in den DRK-Entlastungsdienst integriert werden, sagt Birgit Lippemeier vom DRK-MehrGenerationenHaus. Azize Özogul und Kezziban Bekondu geben der Aktion nun den richtigen Antrieb. Zunächst haben sie die Menschen über das Angebot informiert, sind in Kulturzentren, Moscheen und Verbände gegangen. Dort haben sie ehrenamtliche Helfer geworben und geschult, haben Betroffene über ihre Möglichkeiten aufgeklärt.

Ergänzung zum pflegerischen Dienst

„Das Angebot ist eine Ergänzung zum pflegerischen Dienst, es soll die Angehörigen entlasten“, sagt Kezziban Bekondu. In den türkischen Familien wird Demenz meist als ganz normale Erscheinung des Älterwerdens gesehen. Die Familie ist oft 24 Stunden im Einsatz, um die Angehörigen zu betreuen und kommt an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Der Entlastungsdienst geht auf die Bedürfnisse der Familien ein, Angehörige und Helfer sprechen sich ab. Die Leistungen des Entlastungsdienstes können ganz unterschiedlich sein, je nachdem, welcher Bedarf besteht. Zeit mit dem Patienten verbringen und dadurch den Angehörigen eine Pause verschaffen, Hilfen im Haushalt, beim Einkaufen, beim Ausfüllen von Anträgen oder Formularen – die Hilfsleistungen sind so unterschiedlich wie die Familien selbst. Dass es solche Angebote gibt, war für viele Familien neu, sie sind begeistert, „dass es so eine Nettigkeit wirklich gibt.“ Das DRK haben viele bisher nur im Zusammenhang mit Blutspenden gesehen.

Begeisterung und Hilfe

Die Resonanz bei den Migrantenfamilien ist groß. Es haben sich viele neue ehrenamtliche Helfer gefunden, Frauen wie Männer. Da ist beispielsweise der türkische Mann, der mit einem Demenzkranken zusammengebracht wurde und diesem „einfach nur“ Gesellschaft leistet. Die Hemmschwelle, die Hilfe anzunehmen, ist bei den Migrantenfamilien eher groß. Im sozialen Umfeld gilt immer noch die Ansicht, dass die Familien, vor allem die Frauen, für die Pflege der Angehörigen zuständig sind. „Es gibt einen Wechsel in den Generationen“, sagt Azize Özogul, auch in den türkischen Familien sind immer mehr Frauen berufstätig. Als ehrenamtliche Helfer haben sich aber nicht nur türkischstämmige Menschen gefunden, auch polnisch- und russischstämmige Bürger wollen helfen. Das Angebot soll in Zukunft noch ausgebaut werden, „viele verschiedene Nationalitäten und Hintergründe sollen erreicht werden“, sagt Heidi Heidemann. Und ruft gleichzeitig Menschen aller Nationalitäten dazu auf, sich als ehrenamtliche Helfer in der häuslichen Entlastung zu engagieren. Koordiniert wird das Angebot vom Standort Lennestadt, Angelika Erler hält hier die Fäden in der Hand. Weitere Informationen gibt es unter Tel.: 02723/6859349. Azize Özogul ist zu erreichen unter Tel.: 0170/7069817, Kezziban Bekondu unter Tel.: 0175/7038129.