Sie sind hier: Aktuelles » 

Unser Kursangebot

finden Sie hier

DRK Kreisverband baut neuen Kindergarten in Biekhofen

In Attendorn fehlen 160 Plätze in Kindergärten und Kindertagesstätten. Neue Einrichtung entsteht in Biekhofen und bekommt zunächst zwei Gruppen

Daniel Gerk (links) und Torsten Tillmann, beide Vorstände des DRK Kreisverbandes Olpe, stellen die Pläne für einen neuen Kindergarten im Attendorner Ortsteil Biekhofen vor. Foto: Peter Plugge

Attendorn. Nach einer Erhebung des Kreises Olpe aus dem Frühjahr dieses Jahres fehlen in der Stadt Attendorn 160 Plätze in Kindergärten und Kindertagesstätten, davon 79 Plätze für Kinder unter drei Jahren (U 3) und 81 für ältere Kinder (Ü 3). Bei ihren Bemühungen, dieses Defizit den Vorgaben des Kreises gemäß bis zum Jahr 2020 auszugleichen, ist die Hansestadt, die keine eigenen Kindergärten unterhält, auf die Unterstützung anderer Träger angewiesen.

Dazu zählt der Kreisverband Olpe des Deutschen Roten Kreuzes, der in Attendorn bereits drei Kindergärten unterhält und sein Engagement weiter ausbaut. Unter anderem durch den Bau eines weiteren Kindergartens im Bereich Biekhofen, wie DRK-Vorstand Torsten Tilllmann im Gespräch mit dieser Zeitung bestätigte.

400 000 Euro für die Pusteblume

Bisher unterhält das DRK in Attendorn Familienzentren und Kindergärten Pusteblume in der Innenstadt, im Alten Amtsgericht, und Regenbogenland in Ennest sowie die Kindertagesstätte Sternenland in der Schmiedestraße, Auf dem Schilde.

Das DRK hat gerade begonnen, seine Einrichtung Pusteblume durch Umbauten im Alten Amtsgericht, das von der Stadt Attendorn nicht mehr für die Unterbringung von Asylbewerbern genutzt wird, um zwei U 3-Gruppen „von bisher 85 auf dann 106 bis 110 Plätze“, so Tillmann, zu erweitern.

Dazu nimmt das DRK 400 000 Euro in die Hand, die aus zwischenzeitlich genehmigten Fördermitteln stammen, während die Stadt Attendorn als Besitzerin der unter Denkmalschutz stehenden Immobilie Altes Amtsgericht insgesamt 120 000 Euro in neue Fenster und den Brandschutz investiert.

In Biekhofen soll im Neubaugebiet Biekhofen Mitte zwischen dem Mühlenweg und der Hubertusstraße auf einer Fläche von rund 1 800 m², die die Stadt Attendorn erworben hat und dem Roten Kreuz im Rahmen des Erbbaurechts überlässt, an der Ecke Alfred-Schnüttgen-Straße/Else-Tump-Weg ein neuer, zweigruppiger Kindergarten gebaut werden. Je eine Gruppe für zwölf U 3- und eine für 28 Ü 3-Kinder, so Torsten Tillmann, „die bei Bedarf relativ einfach um eine weitere Gruppe erweitert werden kann“.

Doch warum gerade ein Kindergarten in Biekhofen? Gespräche mit Eltern, die ihre Kinder zum Beispiel in der Pusteblume anmeldeten, hätten gezeigt, berichtete Torsten Tillmann, dass in diesem Bereich Attendorns mit Wippeskuhlen II und Biekhofen-Mitte zwar Neubaugebiete geschaffen worden seien, aber keine Infrastruktur zur Kinderbetreuung.

Anhörungsverfahren läuft

Die Kosten für das Projekt, das sich gerade im Anhörungsverfahren mit dem Kreis Olpe und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe und architektonisch in der Planungsphase befindet, belaufen sich auf 1,2 Millionen Euro. Torsten Tillmann geht davon aus, dass die Ausschreibung der Baumaßnahme im kommenden Sommer fertig ist und der neue Kindergarten im 1. Oktober 2019 seinen Betrieb aufnehmen kann.

Bis dahin hofft er auch das größte Problem bei der Schaffung neuer Kindergartenplätze lösen zu können: Das finden von Fachpersonal sei nicht nur in der Pflege, sondern werde auch in der Kinderbetreuung immer schwieriger. „Auf dem freien Arbeitsmarkt findet man derzeit keine Erzieher“.

Spätestens in zwei Jahren soll durch die Umwandlung der Jugendhilfeeinrichtung Haus Veith in Sondern, in der momentan noch bis zu 40 alleinstehende jugendliche Flüchtlinge betreut werden können, Personal frei werden. Die Zahl der alleinstehenden Flüchtlinge nimmt ab. Außerdem sollen mehr Anerkennungs-Praktikantinnen eingestellt werden, die dann fertig ausgebildet seien.

 

Quelle: WR vom 11. Dezember 2017 Text und Foto: Peter Plugge

23. Dezember 2017 07:07 Uhr. Alter: 59 Tage

Demenz und Migration-Entlastungsdienst des DRK für zugewanderte Menschen

Heidi Heidemann, Kezziban Bekondu, Birgit Lippemeier, Angelika Erler und Azize Özogul (v.l.) stehen für den „Häuslichen Entlastungsdienst für zugewanderte Menschen“.
Foto: Inge Schleining

Auch das Alter wird bunter: Die Zahl der älteren Menschen mit Migrationshintergrund wird immer größer. Und auch hier ist Demenz ein wichtiges Thema.

Das Deutsche Rote Kreuz konnte zwei türkischstämmige Krankenschwestern für den Aufbau des „Häuslichen Entlastungsdienstes“ finden.

Azize Özogul und Kezziban Bekondu eignen sich hervorragend für die neue Aufgabe. Sie sind nicht nur Krankenschwestern, sondern haben eine geriatrische Fachausbildung. Durch ihren Migrationshintergrund und die türkischen Sprachkenntnisse finden sie einfachen Zugang zu Patienten und Angehörigen. Heidi Heidemann von der DRK-Integrationsagentur ist begeistert: „Das Projekt läuft super und soll auf jeden Fall weitergeführt werden.“ Auf den Weg gebracht wurde es 2013, nach einer „Sozialraumanalyse“ der Integrationsagentur, in Zusammenarbeit mit dem DRK-MehrGenerationenHaus. Die Integrationsagenturen sind als Landesprojekt entstanden, sollen lokale Bedarfe in der Integrationsarbeit ermitteln und Aktivitäten starten. Im Kreis Olpe ist der Anteil der türkischen Familien prozentual besonders ausgeprägt. Entstanden ist der „Häusliche Entlastungsdienst für zugewanderte Menschen“ – nicht nur für türkische Familien. Doch das Projekt soll nicht für sich alleine stehen, sondern in den DRK-Entlastungsdienst integriert werden, sagt Birgit Lippemeier vom DRK-MehrGenerationenHaus. Azize Özogul und Kezziban Bekondu geben der Aktion nun den richtigen Antrieb. Zunächst haben sie die Menschen über das Angebot informiert, sind in Kulturzentren, Moscheen und Verbände gegangen. Dort haben sie ehrenamtliche Helfer geworben und geschult, haben Betroffene über ihre Möglichkeiten aufgeklärt.

Ergänzung zum pflegerischen Dienst

„Das Angebot ist eine Ergänzung zum pflegerischen Dienst, es soll die Angehörigen entlasten“, sagt Kezziban Bekondu. In den türkischen Familien wird Demenz meist als ganz normale Erscheinung des Älterwerdens gesehen. Die Familie ist oft 24 Stunden im Einsatz, um die Angehörigen zu betreuen und kommt an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Der Entlastungsdienst geht auf die Bedürfnisse der Familien ein, Angehörige und Helfer sprechen sich ab. Die Leistungen des Entlastungsdienstes können ganz unterschiedlich sein, je nachdem, welcher Bedarf besteht. Zeit mit dem Patienten verbringen und dadurch den Angehörigen eine Pause verschaffen, Hilfen im Haushalt, beim Einkaufen, beim Ausfüllen von Anträgen oder Formularen – die Hilfsleistungen sind so unterschiedlich wie die Familien selbst. Dass es solche Angebote gibt, war für viele Familien neu, sie sind begeistert, „dass es so eine Nettigkeit wirklich gibt.“ Das DRK haben viele bisher nur im Zusammenhang mit Blutspenden gesehen.

Begeisterung und Hilfe

Die Resonanz bei den Migrantenfamilien ist groß. Es haben sich viele neue ehrenamtliche Helfer gefunden, Frauen wie Männer. Da ist beispielsweise der türkische Mann, der mit einem Demenzkranken zusammengebracht wurde und diesem „einfach nur“ Gesellschaft leistet. Die Hemmschwelle, die Hilfe anzunehmen, ist bei den Migrantenfamilien eher groß. Im sozialen Umfeld gilt immer noch die Ansicht, dass die Familien, vor allem die Frauen, für die Pflege der Angehörigen zuständig sind. „Es gibt einen Wechsel in den Generationen“, sagt Azize Özogul, auch in den türkischen Familien sind immer mehr Frauen berufstätig. Als ehrenamtliche Helfer haben sich aber nicht nur türkischstämmige Menschen gefunden, auch polnisch- und russischstämmige Bürger wollen helfen. Das Angebot soll in Zukunft noch ausgebaut werden, „viele verschiedene Nationalitäten und Hintergründe sollen erreicht werden“, sagt Heidi Heidemann. Und ruft gleichzeitig Menschen aller Nationalitäten dazu auf, sich als ehrenamtliche Helfer in der häuslichen Entlastung zu engagieren. Koordiniert wird das Angebot vom Standort Lennestadt, Angelika Erler hält hier die Fäden in der Hand. Weitere Informationen gibt es unter Tel.: 02723/6859349. Azize Özogul ist zu erreichen unter Tel.: 0170/7069817, Kezziban Bekondu unter Tel.: 0175/7038129.